Krebsvorsorge:

Die übliche gynäkologische Jahreskontrolle beinhaltet eine klinische Brust- und gynäkologische Untersuchung mit Ausschluss einer genitalen Infektion und Abnehmen des Krebsabstriches.

Der Krebsabstrich:
Der jährlich zu empfehlende Krebsabstrich wird vaginal vom Gebärmutterhals entnommen und kann also nur Veränderungen am Gebärmutterhals manifestieren. Dieser Abstrich kann Veränderungen schon im Frühstadium erkennen. Nach heutigem Wissen die häufigste Infektion, die zu Veränderung im Krebsabstrich führt ist der Human Papilloma-Virusinfekt abgekürzt HPV.

Human Papilloma-Virus-Infektion
Es gibt etwa 80 verschiedene HPV-Typen, von denen wenige für die Entstehung von Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses und des Gebärmutterhalskrebses mitverantwortlich sind, sogenannte „high risk“ Typen.
Diese high risk Typen kommen bei ca. 10 % der gesamten weiblichen Bevölkerung vor, bei den 20-30 jährigen Frauen häufiger, ca. 20-30 %, bei Frauen über 35 Jahren, ca. 2-10 %. Nur ein verschwindend kleiner Anteil dieser Patientinnen wird eine Vorstufe eines Gebärmutterhalskrebses oder sogar Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Der Grossteil dieser Infektionen heilt spontan und dauerhaft ab.
Die Entwicklung eines Karzinomes der Gebärmutter verläuft in der Regel über verschiedene Stufen und dauert meist über 10 Jahre. Nur eine Persistenz der high risk HPV-Infektionen ist für die Entstehung mitverantwortlich. Vorstufen lassen sich durch mehrere Abstriche in jährlichen Abstand zu 95 % erfassen.
Da nur ein verschwindend kleiner Teil der high risk HPV-Infektionen zu einer Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses oder zu einem Gebärmutterhalskrebs führen, ist es offensichtlich, dass andere Faktoren (geschwächte Immunabwehr, Rauchen, Virenanzahl oder Kombination von verschiedenen Virustypen) eine wesentliche Rolle spielen.

Bei unklaren Ergebnissen im PAP (Krebs-Abstrich) kann die HPV-Bestimmung unter Umständen unnötige Wiederholungen vermeiden und dadurch auch kostensparend sein.

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs: Kostenlose Impfung für alle Frauen bis 26 Jahre im Rahmen des kantonalen Programms: www.bag.admin.ch

Infektionen:

Pilzinfektionen:
Pilzinfekte sind mit Abstand die häufigste Infektion im Vaginalbereich, die häufigsten Entstehungsursachen sind Antibiotikagabe welche die normale Flora der Schleimhaut zerstören, erhöhtes Nahrungsangebot an Zucker und feuchtwarmes Klima, z.B. Slipeinlagen und synthetische Unterwäsche. Die Pilzinfekte können sehr gut lokal mit Zäpfchen und Crème behandelt werden, bei häufig auftretenden Infekten kann man mit Tabletten behandeln.

Gardnerellen:
Die zweithäufigste Infektion ist bedingt durch Bakterien (Gardnerellen) welche einen übelriechenden Ausfluss verursachen, auch diese Infektion kann mit Zäpfchen oder Vaginalcrème meist gut behandelt werden. Bei Wiederauftreten des Infektes sollte der Partner immer mitbehandelt werden, es kann dann möglicherweise auch eine Antibiotikatherapie nötig sein.

Herpes genitalis:
Dies ist eine Virusinfektion welche mittels Geschlechtsverkehr übertragen wird. Der Herpes genitalis ist eine Systemerkrankung und kann immer wieder ausbrechen bei geschwächter Immunlage. Bei floridem Herpes, d.h. wenn Bläschen bestehen, sollte unbedingt beim Geschlechtsverkehr eine Barrieremethode angewandt werden um zu verhindern, dass der Partner angesteckt wird. Die Therapie von Herpes ist rein symptomatisch um die Beschwerden zu lindern.

Chlamydien:
Chlamydien sind Bakterien welche nur in einem spezifischen Abstrich sichtbar werden, wir also nicht direkt im Mikroskop diagnostizieren können, sie führen häufig zu chronischen Unterbauchschmerzen und können bei aufsteigenden Infekten in den Eileitern später zu Sterilität führen, deshalb sollte die Infektion nicht verkannt werden und unbedingt behandelt werden mit Therapie des Partners, diese erfolgt mit einer Einmaldosis Antibiotika.

Warzen:
Warzen sind meistens bedingt durch einen Human Papilloma-Virusinfekt und können mittels einer Lasertherapie entfernt werden. Da es sich um eine Human Papilloma-Virusinfektion handelt und auch eine Systemerkrankung ist, können leider diese Warzen erneut wieder ausbrechen trotz richtiger Behandlung.